Otto Ford – Geoponika

by Marie Meyerding

Otto Ford creates expressive abstract paintings concerned with the relationship between the digital and material world. Using a wide range of digital collage, software and print technology, he creates works of intense colour, texture and depth of field, continuing to challenge our idea of what makes a painting. Ford’s second exhibition in Berlin presents new digital paintings which are inspired by a book the artist was reading at the time of the works’ creation. Encyclopaedic in nature, the Geoponika is a Byzantine Greek farming manual which was composed of instructive, scientific, superstitious and humorous texts in the 10th century AD. In Pleiades Return, Ford conjures up abstract images of colourful sky formations inspired by ancient rituals still practiced today, that use star mapping to predict farming conditions. Also, Dionysus Eats and Euphorbia Rising, titled after the god of vine and a flowering plant respectively, allude to nature and farming through their tones and captions, thereby reiterating the etymological roots of the word culture in the Latin colere, meaning to till, to form, to cultivate.

An interesting new point of departure in Ford’s work is presented in Mintaka Starmap, for it is one of his first paintings which is not format-filling and evokes the contours of Marshall Islands stick charts. Used as a memory and orientation aid by navigators to prepare for sea voyages in the Pacific Ocean, these charts were mobile sculptural forms built from a latticework of leaf ribs and shells. The brushstrokes interspersed with green, yellow and red tones and the in-between areas, which were left or deliberately made white, seem to imitate these structures while leaving ample room for further interpretations. Through Geoponika as a lens that is both historical and contemporary, Ford enables us to reassess our interactions with the environment and our approach to the living, technical and artistic world.

Otto Ford schafft ausdrucksstarke abstrakte Gemälde, die sich mit der Beziehung zwischen der digitalen und der materiellen Welt befassen. Mit einer breiten Palette an digitalen Collagen, Software und Drucktechnologien schafft er Arbeiten von intensiver Farbe, Textur und Schärfentiefe und hinterfragt unsere Vorstellung davon, was ein Gemälde ausmacht. Fords zweite Ausstellung in Berlin zeigt neue digitale Gemälde, die von einem Buch inspiriert sind, das der Künstler zum Zeitpunkt der Entstehung der Werke las. Die Geoponika ist enzyklopädischer Natur und ein byzantinisches griechisches Landwirtschaftshandbuch, das im 10. Jahrhundert n. Chr. aus lehrreichen, wissenschaftlichen, abergläubischen und humorvollen Texten zusammengestellt wurde. In Pleiades Return beschwört Ford abstrakte Bilder von farbenfrohen Himmelsformationen herauf, die von antiken, heute noch praktizierten Ritualen inspiriert wurden, welche Sternkartierung verwenden, um landwirtschaftliche Bedingungen vorherzusagen. Auch Dionysos Eats und Euphorbia Rising, betitelt nach dem Gott der Rebe und einer blühenden Pflanze, spielen durch ihre Töne und Titel auf Natur und Landwirtschaft an und beziehen sich dadurch auf die etymologischen Wurzeln des Wortes Kultur im lateinischen colere, was bedeutet, zu bestellen, zu formen, zu kultivieren.

Ein interessanter neuer Ausgangspunkt in Fords Werk ist Mintaka Starmap, denn es ist eines seiner ersten Gemälde, das nicht formatfüllend ist, sondern an die Konturen von Stabkarten erinnert. Diese Karten wurden von Navigatoren als Erinnerungs- und Orientierungshilfe zur Vorbereitung auf Seereisen im Pazifik verwendet und waren mobile skulpturale Formen, die aus einem Gitter aus Blattrippen und Muscheln bestanden. Die Pinselstriche, die mit Grün-, Gelb- und Rottönen durchsetzt sind, und die dazwischen liegenden Bereiche, die entweder weiß gelassen oder absichtlich weiß gemacht wurden, scheinen diese Strukturen zu imitieren und lassen gleichzeitig Spielraum für weitere Interpretationen. Durch Geoponika als historische und zeitgenössische Linse ermöglicht Ford uns eine Neubewertung unserer Interaktionen mit der Umwelt und unserer Herangehensweise an die lebendige, technische und künstlerische Welt.